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Stiftung Burg Wolhusen

Burgherren und Freiherren von Wolhusen

Zwei stolze Burganlagen prägten zwischen dem 11. und 14. Jahrhundert die Gegend von Wolhusen: Die äussere Burg auf der nördlich des heutigen Dorfes gelegenen Anhöhe und die innere Burg auf der gegenüber liegenden Talseite über dem Ortsteil Markt. Die äussere Burg war damals die grösste, festungsartig gebaute Burganlage im Kanton Luzern. Von der wesentlich kleineren inneren Burg sind heute nur geringe, kaum wahrnehm-bare Reste vorhanden.

Entstehung und Untergang der Wolhuser Burgen:
Über den Bau der beiden Wolhuser Burgen existieren keine historischen Dokumente. Die Anfänge gehen vermutlich auf das 11. Jahrhundert zurück; damals wurden die Freiherren von Wolhusen erstmals urkundlich erwähnt. Vom 11. bis zum Ende des 14. Jahrhunderts regierte dieses bedeutende Herrscher-geschlecht im Dienste fränkischer Obrigkeiten von den Wolhuser Burgen aus über das Entlebuch und das Emmental sowie über grosse Gebiete im Mittelland und in der Innerschweiz. Eines seiner Siegel zeigte eine zweitürmige Burg. Dieses Symbol wurde zum heutigen Ortswappen von Wolhusen.

Im Zusammenhang mit den kriegerischen Ereignissen ausgangs des 14. Jahrhunderts (Schlacht bei Sempach 1386) und mit dem Übergang der Herrschaft Wolhusen an die Habsburger gingen auch die beiden Wolhuser Burgen unter. Über die Zerstörung bestehen bis heute nur Vermutungen, z. B. sie seien gebrand-schatzt worden. Die Ruinen dienten in der Folge als Stein-brüche; so soll die Ruine der äusseren Burg noch 1881 beim Bau der heutigen Pfarrkirche von Wolhusen als Steinlieferant gedient haben (siehe dazu auch "Die übrigen Burgen der Herrschaft Wolhusen" und ein "Lageplan der Burgen und Türme").


äussere Burg (Wiggern); nach Pfarrer N.Zimmermann 1925
innere Burg (Markt); Tafelbild Kapellbrücke in Luzern

 
Erste Grabungen und Forschungen:
Nach einer langen Zeit der Vergessenheit befasste sich anfangs des 20. Jahrhunderts Pfarrer Niklaus Zimmermann mit den Burg-ruinen von Wolhusen. In seinem Heimatbuch von 1929 be-schreibt er den damaligen Wissensstand. Gestützt darauf - und angeregt vom Historischen Verein der V Orte - wurden von 1930 bis 1936 unter der Führung der Kantonalen Denkmalpflege erste Grabungen und Forschungen durchgeführt. Die Arbeiten zielten vor allem darauf ab, den Grundriss der äusseren Burg festzu-stellen. Es kamen dabei aber auch viele Fundgegenstände zu Tage, die heute im Historischen Museum in Luzern eingelagert sind.

Neuere Forschungen, Restaurierungen und Dokumentationen:
Auf Initiative der 1986 gegründeten "Stiftung Burg Wolhusen" wurden auf der äusseren Burg die Grabungen wieder aufge-nommen. In den folgenden Jahren wurde auf dem Burggelände weiter geforscht, die Ruine restauriert und gesichert und die gesamte Anlage soweit möglich wissenschaftlich dokumentiert. Auf der Ruine des ehemaligen Bergfried (Turmstumpf) entstand zur Sicherung des darunter liegenden Mauerwerks und gleich-zeitig als Ort der Begegnung ein Aufbau mit einer offenen Turm-stube und einer Schautafel. Das Burggelände wurde besser er-schlossen und zu einem Naherholungsgebiet für das Dorf Wolhusen ausgebaut.

Ungeklärtes:
Dank den bisherigen Forschungen weiss man heute ziemlich genau Bescheid über die Grösse der äusseren Burg (Wolhusen-Wiggern) und die Lage ihrer Bauten und Befestigungsanlagen. Auch ihre einstigen Bewohner, die Freiherren von Wolhusen, sind in den verschiedenen Wolhuser Heimatbüchern und vor allem im 1999 erschienen Buch "Die Freiherren von Wolhusen" dokumen-tiert. Wie jedoch die Burganlage entstand, wie sie genau ausgesehen hat und welche Höhe deren Bauten hatten sowie der Untergang, bleibt weiteren Forschungen vorbehalten. Bis heute konnte keine zeitgenössische Darstellung der Anlage gefunden werden. Rätsel und Geheimnisse bestehen auch um den nord-westlich vorgelagerten Erdwall, unter dem die Reste einer Holzburg (Vorläufer der späteren Burganlage) vermutet werden.

 


Detailaufnahmen

 

     

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