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Hinweise auf den geschichtlichen Ursprung von Wolhusen gibt nur der Name. Die
Form «-husen» beweist ein hohes Alter (ca. 6.-9. Jahrhundert) und deutet auf
eine alemannische Gruppensiedlung mehrerer Häuser hin. Das damalige Wolhusen hat
sich noch auf die fruchtbaren, vor Überschwemmungen sicheren Anhöhen beschränkt.
Die Geschichte beginnt im 11. Jahrhundert mit den Freiherren von Wolhusen, deren
Wappen eine zweitürmige Burg war. Von der äussern (Wigger) und inneren (Markt)
Burg aus regierten sie als bedeutendstes Herrschergeschlecht des südlichen
Kantons das Entlebuch und das Rottal. Anfangs des 14. Jahrhunderts ging die
ganze Gegend von fränkischer Hoheit an Österreich über, und Habsburger Vögte
verwalteten von den Burgen aus das innere und äussere Amt Wolhusen. Mit der
Zerstörung der Burgen nach der Schlacht bei Sempach und mit dem Übergang des
Gebiets an Luzern um 1405 war Wolhusens Bedeutung geschwunden. Seit der
Zugehörigkeit zur Eidgenossenschaft stand Wolhusen im Untertanenverhältnis zur
Stadt und Republik Luzern und wurde von Vögten der neuen Ämter Entlebuch und
Ruswil (vormals inneres und äusseres Amt Wolhusen) getrennt verwaltet.
Mit dem Twingbund von 1597 beginnt auf der linken Seite der seit dem 13.
Jahrhundert bestehenden ämterverbindenden Brücke über die Kleine Emme das Leben
einer Dorfgemeinschaft im Tal. Hier entwickelte sich im Kern eine Gemeinde im
heutigen Sinn, wobei das Twingrecht «Artikel und Gerechtigkeit der gemeinsamen
Bauernsame und Nachbarschaft in der <Wigern> zu Wolhusen» regelte. Seit 1657
stand dieser ersten Organisation die Kirchgemeinde zur Seite. Die Grenzen der
Pfarrei mit den sogenannten vier Bruderschaften Schwarzenbach (inkl. Dorf),
Hasenschwand (Steinhusen), Wolhusen-Markt und Schwanden (Werthenstein) bildeten
bis zur Staatsumwälzung von 1798 die Gebietsabgrenzung.
1798 ging mit dem Untergang des Ancien régime und dessen Ablösung durch die
Helvetik das Untertanenverhältnis gegenüber der aristokratischen Regierung von
Stadt und Republik Luzern zu Ende. Als Folge dieser Staatsumwälzung entstanden
um 1803 die politischen Gemeinden heutiger Prägung. Innerhalb der pfarreilichen
Grenzen von Wolhusen entstanden zwei politische Gemeinden: Wolhusen-Wiggern und
Wolhusen-Markt. Während die Gemeinde Wolhusen-Markt nur bis 1854 Bestand hatte
und dann mit der Gemeinde Werthenstein vereinigt wurde, blieb die Gemeinde
Wolhusen-Wiggern, das heutige Wolhusen, bis in die jetzige Zeit gebietsmässig
unverändert. 1814 erfolgte die Eingliederung in das Amt Sursee (vorher Entlebuch),
und 1831 erhielt die Gemeindeorganisation ihr seither kaum verändertes Gesicht
mit Einwohner- und Ortsbürgergemeinde sowie einem von der Einwohnergemeinde
gewählten Gemeinderat von drei Mitgliedern. Nach der Einführung des
Frauenstimmrechtes kamen 1971 zwei weitere Mitglieder zum Gemeinderat, und im
Jahre 1985 wurden die Einwohner- und Bürgergemeinde zu einem einzigen
Gemeinwesen zusammengelegt.
Die wirtschaftliche und bauliche Entwicklung ist stark von der geographischen
Lage des Dorfes beeinflusst. Obwohl zwar die Durchgangsstrasse schon im 17.
Jahrhundert ins Tal verlegt wurde, begann der wirtschaftliche Aufschwung erst
mit den Eisenbahnbauten von 1875 (SBB Luzern-Bern) und 1895 (VHB
Wolhusen-Huttwil). Zum Bestehenden, Landwirtschaft und Handwerk, gesellte sich
nämlich um die Jahrhundertwende die Industrie, die sowohl die verkehrsmässig
günstige Lage als auch die vorhandene Wasserkraft zu nützen wusste. Mit dieser
Entwicklung einhergehend wuchs auch die wirtschaftliche Prosperität der
Gemeinde, und die vorher während Jahrzehnten stagnierende Bevölkerungszahl
verdoppelte sich innerhalb des Zeitraumes von 1890 bis 1950. In jüngerer Zeit
entwickelte sich Wolhusen mehr und mehr vom Industrieort zu einem regionalen
Gewerbe- und Dienstleistungszentrum. Wie einst die Burgen, so manifestieren
heute viele regionale Bauten, Einrichtungen und Dienstleistungsbetriebe die
Bedeutung von Wolhusen als Subzentrum der Luzerner Landschaft. |